INTERIOR DESIGN STORY
“Jeden Morgen wache ich auf und denke: Ich fühle mich hier nicht wohl.” Das waren Isabelles Worte, als wir vor ihrem Schlafzimmer standen. Sie lächelte zwar, aber es klang eher so, als ob sie sich rechtfertigen müsste.
Doch als sie die Tür öffnete, war mir klar, was sie meinte: Zu viele Sachen hatten sich über die Jahre angesammelt und erdrückten den Raum. Viele Bücher stapelten sich aufeinander. In der Ecke stand sogar ein Massagebett, das niemand mehr benutzte – es war längst zur Ablage für alles Mögliche geworden.
Die Proportionen des Raumes zwischen Bett und dem hohen Raum stimmten nicht.
Ich sah das Potential und verstand auch, warum sich Isabelle nicht wohl fühlte. Was sie sich wünschte, war ein Schlafzimmer, das tiefe Geborgenheit ausstrahlt.
Das Motto weist den Weg
«Eigentlich wollte ich hier schon lange meine Kalligraphien aufhängen. Darf ich sie dir zeigen?” Daraufhin ging sie kurz in den Keller und kam mit zwei wunderschönen japanischen Kunstwerken zurück – ästhetisch, klar, poetisch.
Mir war sofort klar: Das ist unser Motto für das Schlafzimmer. Japan – Ruhe, Klarheit, Harmonie.
Ein Motto ist bei jedem meiner Projekte immer der Startpunkt. Es schafft Orientierung – wie ein klarer Fahrplan, an dem man sich orientiert.
Loslassen, bevor Neues entsteht
Bevor es wirklich losging, musste erst mal Altes gehen: Die Bücher, die sich im Lauf der Zeit angesammelt hatten, das Massagebett, das keiner mehr benutze, und alles, was den Raum über die Jahre erdrückte.
Es braucht beide
Im ersten Gespräch hat mir Isabelle gesagt, was sie sich wünscht. Jetzt musste René, Isabels Mann, mit ins Boot.
In jedem meiner Projekte ist mich ganz wichtig beide Partner abzuholen, damit am Ende wirklich etwas Gemeinsames entsteht, wo jeder sich wiederfindet.
Deshalb haben wir dann in einem Gespräch zu dritt alles gemeinsam besprochen. Was waren Renés Wünsche und Bedürfnisse? Was wollen beide? Anfänglich war er etwas skeptisch. Doch je mehr wir sprachen, desto mehr fühlte er sich gehört.
Farben, die umarmen
Nachdem das Motto stand, wählten wir die Farben fürs Schlafzimmer aus. Alles sollte Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen. Sanftes Weiss für die Wände. Japanisches Blau als feines Muster für die beiden Rückenkissen des Betts.
Für die grösste Wand haben wir eine Tapete von Elitis ausgesucht: Au sommet du Mont Fuji. Ja, die Tapete heisst wirklich so. Kleine, kaum sichtbare Bergformen, die je nach Licht mehr oder weniger sanft erscheinen.
Das Herzstück braucht Begleiter
Das Bett stand bereits am richtigen Ort. “Das passt gut so”, meinte Isabelle. Damit die Proportionen stimmen, gaben wir ihm eine Bühne.
Neu kam ein hinterleuchtetes, weich gepolstertes Paneel über die gesamte Breite des Raums dazu – für mehr Grosszügigkeit und Ruhe.
Die unterschiedlichen Nachttische sind kleine Begleiter, nur für das, was wirklich wichtig ist: ein Buch, eine Brille, eine Tasse Tee.
Für mehr Ordnung sorgt jetzt ein Sideboard, in der gleichen Farbe wie die Wände.
Dunkelheit gibt Geborgenheit
„Ich wache oft in der Nacht auf“, sagte mir Isabelle. Schnell war klar: Strassenlicht drang nachts ins Zimmer. Das stört den Schlaf unbewusst. Mit edlen Blackout-Vorhängen wurde der Raum ein „Dark Space“. Ein Ort, an dem der Körper sofort spürt: Hier darfst du loslassen!
Licht, das Geschichten erzählt
Beide lesen gern abends im Bett. “Aber keiner soll den anderen beim Schlafen stören.” Deshalb haben wir kleine bewegliche Leseleuchten eingeplant.
Hinter dem neuen Kopfteil gibt es ein Lichtband. Das warme Licht lässt den Verputz wie sanfte Hügel erscheinen. René meinte, der Raum sieht jetzt viel grosszügiger aus.
Und der Clou: eine dimmbare Deckenleuchte, die gleichzeitig ein Propeller ist, und im Sommer angenehm die Luft bewegt.
Ein neuer Morgen
Einige Wochen später stand ich mit Isabelle und René in ihrem Schlafzimmer. Sie hielten sich an den Händen. “Wir sind begeistert. Und vor allem: Wir schlafen so tief wie schon lange nicht mehr.”
Der Raum ist derselbe – und doch völlig verändert. Nicht nur die Einrichtung und die Farben, sondern vor allem das Gefühl hat sich verändert. Aus einem Raum, der beide unbewusst belastete, ist heute ein Ort geworden, der sie trägt und stärkt.
Und Sie?
Sind Sie neugierig, was wir aus Ihrem Schlafzimmer machen könnten? Vielleicht stehen Sie ja auch morgens auf und spüren: Mein Schlafzimmer ist nicht der Ort, der mir Ruhe und Geborgenheit gibt! Sie sehnen sich schon so lange danach. Aber sie wissen nicht, was machen und wo anfangen.
Lassen Sie uns gemeinsam hinschauen – auf Licht, Farben, Möbel. Aber vor allem auf das, was Sie wirklich brauchen. Damit Sie sich jeden Tag getragen fühlen.